BURSITIS
chronische Bursopathie
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Der Begriff "Bursopathie" ist der Oberbegriff für die Erkrankung eines Sch leimbeutels, ohne Hinweis auf die Ursache zu geben.

Der Begriff "Bursitis" setzt sich zusammen aus dem Wort Bursa (= Schle imbeutel) und dem Wortteil "itis"(= En tzündung).

Bursitis steht demnach für die En tzündung eines Schle imbeutels.

Unter einer En tzündung versteht man vom Bindegewebe und den Blutgefäßen getragene Reaktionen des Organismus auf einen äußeren oder innerlich ausgelösten Entzündungsreiz mit dem Zweck, diesen zu beseitigen oder zu inaktivieren und die reizbedingte Gewebsschädigung zu reparieren.

Die klassischen (akuten) Zeichen einer En tzündung sind:

  1. Rubor (= Rötung), als Folge einer Gefäßerweiterung durch Histamin (= ein basisches biogenes Amin)

  2. Calor (= Wärme), als Folge der örtlichen Stoffwechselsteigerung

  3. Tumor (= Schwellung), ausgelöst durch Austritt eiweißreicher Flüssigkeit aus den veränderten Gefäßwänden

  4. Schmerz als Folge der erhöhten Gewebsspannung und schmerzauslösender Entzündung sprodukte, z.B. Bradykinin

Was sind Schle imbeutel?

Schle imbeutel sind richtige (kleine) "Beutel", die eine klare, schleimhaltige, fadenziehende Flüssigkeit enthalten. Sie befinden sich an Stellen, an denen ein Muskeln mit einem Knochen direkten Kontakt hat, bevorzugt in der Nähe eines Muskelansatzes. Schle imbeutel haben die Aufgabe, auf beide Strukturen, also Knochen und Muskel, einwirkende, mechanische Belastungen (z.B. Druck, Reibung) abzufangen bzw. abzumildern.

Unser Körper verfügt über wirkungsvolle Mechanismen, eine Bursitis (gilt auch für andere En tzündungen) nachhaltig einzudämmen und zu beseitigen. Bei einer schlechten Durchblutung können diese aber kaum wirksam werden. Die beste Voraussetzung für eine Heilung ist deshalb die Optimierung der Durchblutung, wie sie mit der weiter unten vorgestellten Methode in idealer Weise erreicht wird.

Eine Bursitis kann entweder akut oder chronisch (= länger als sechs Monate anhaltend) verlaufen. Eine akute Bursitis ist häufiger infektiös (= ansteckend), während die chronische Bursopathie meist als Begleiterscheinung entzündlicher, rheumatischer Erkrankungen auftritt.

Weitere Ursachen für eine Bursitis:

Die einzelnen Bursitiden (grob nach der Häufigkeit ihres Auftretens geordnet):

Bursitis olecrani (= am Hakenfortsatz der Elle)
Bursitis
subacromialis (= unter den Rabenschnabelfortsatz an der Schul ter)
Bursitis infrapa
tellaris (= unterhalb des Kniegelenks)
Bursitis praepa
tellaris (= am Kniegelen k)
Bursitis trochanterica (= Bereich Oberschen kel/Hüftgelen k)
Bursitis calcarea (= Schul ter)
Bursitis poplitealis (= Kniekehle)
Bursitis achillea (= unter der Achillessehne)
Bursitis radiohumeralis (= mehr Außenseite des Ellenbogens)
Bursitis
bicipitoradialis (= nahe am Ellen bogen), auch als Bursitis bicipitalis bezeichnet
Bursitis coracobrachialis (= rumpfnaher Obera rm)
Bursitis subdeltoidea (= unter dem Ansatz des Brustmuskels)
Bursitis
subtendinea (= allgem. unter einer Sehne)
Bursitis pharyngealis (= hinter der Rachenwand), auch als Tornwaldt Krankheit bezeichnet

Mehr sind uns nicht eingefallen.

Behandlung einer chronischen (= länger als 6 Monate anhaltender) Bursitis:

Nicht selten verbleibt trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin eine schmerzhafte Bursopathie, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Ein länger bestehender Schmerz, auch infolge einer Bursitis, erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei einer schmerzhaften Bursitis sind dies:

  1. Information über die Erkrankung

  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)

  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden (einschl. Plexusblockade n), evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter

  4. Akupunktur

  5. Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)

  6. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)

  7. Physiotherapie (Krankengymnastik und Anwendungen) bei Funktionseinbußen

Der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) fällt in der Behandlung chronischer, entzündlich bedingter Schmerz en, und damit auch bei einer Bursitis, eine herausragende Rolle zu.

In der akuten (= plötzlich einsetzend, heftig u. von meist kürzerer Dauer) Phase einer Bursitis kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Der Organismus versucht u.a. auf diese Weise mit dem entzündlichen Geschehen fertig zu werden, in dem die im Blut vorhandenen Abwehrmechanismen am Entzündungsort vermehrt einwirken können.
Eine chronisch e Bursitis geht aber mit einer Verengung der versorgenden Blutgefäße einher, es liegt also eine verminderte Durchblutung vor, die zu einer Herabsetzung des Stoffwechsels führt.

Eine Behandlung kann deshalb nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, wieder gute Durchblutungsverhältnisse herbeizuführen.

Bei der Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Infiltration, Nervenblockaden) kommt es für die Wirkzeit des Medikaments neben der gewünschten Schmerzstillung durch gleichzeitige Blockade vegetativer (= das unwillkürliche Nervensystem betreffender) Nervenfasern auch zu einer Sympat hikolyse (= Unterbrechung bzw. Aufhebung der Sympathikuswirkung und damit Blutgefäßerweiterung) und damit zu einer deutlichen Verbesserung der Durchblutung und unter einer guten Durchblutung heilen Entzündungen sicher ab, eine uralte medizinische Weisheit. Hinzu kommt, daß Lokalanästhetika (örtliche Betäubungsmittel) selbst auch entzündungshemmend wirken, dies ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
In der Regel reicht eine solche Behandlung aber nicht aus, wenn sie nur in größeren Zeitabständen durchgeführt wird, sondern es ist eine engmaschige, gehäufte Abfolge erforderlich, optimal kontinuierlich mit eingepflanztem Katheter. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen (den Schmerzbereich versorgenden) Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.

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Aktualisiert: >30.07.2008</> kusb&
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