BURSITIS
chronische Bursopathie
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Der Begriff "Bursopathie" ist der Oberbegriff für die Erkrankung eines Sch leimbeutels, ohne Hinweis auf die Ursache zu geben.
Der Begriff "Bursitis" setzt sich zusammen aus dem Wort Bursa (= Schle imbeutel) und dem Wortteil "itis"(= En tzündung).
Bursitis steht demnach für die En tzündung eines Schle imbeutels.
Unter einer En tzündung versteht man vom Bindegewebe und den Blutgefäßen getragene Reaktionen des Organismus auf einen äußeren oder innerlich ausgelösten Entzündungsreiz mit dem Zweck, diesen zu beseitigen oder zu inaktivieren und die reizbedingte Gewebsschädigung zu reparieren.
Die klassischen (akuten) Zeichen einer En tzündung sind:
Rubor (= Rötung), als Folge einer Gefäßerweiterung durch Histamin (= ein basisches biogenes Amin)
Calor (= Wärme), als Folge der örtlichen Stoffwechselsteigerung
Tumor (= Schwellung), ausgelöst durch Austritt eiweißreicher Flüssigkeit aus den veränderten Gefäßwänden
Schmerz als Folge der erhöhten Gewebsspannung und schmerzauslösender Entzündung sprodukte, z.B. Bradykinin
Was sind Schle imbeutel?
Schle imbeutel sind richtige (kleine) "Beutel", die eine klare, schleimhaltige, fadenziehende Flüssigkeit enthalten. Sie befinden sich an Stellen, an denen ein Muskeln mit einem Knochen direkten Kontakt hat, bevorzugt in der Nähe eines Muskelansatzes. Schle imbeutel haben die Aufgabe, auf beide Strukturen, also Knochen und Muskel, einwirkende, mechanische Belastungen (z.B. Druck, Reibung) abzufangen bzw. abzumildern.
Unser Körper verfügt über wirkungsvolle Mechanismen, eine Bursitis (gilt auch für andere En tzündungen) nachhaltig einzudämmen und zu beseitigen. Bei einer schlechten Durchblutung können diese aber kaum wirksam werden. Die beste Voraussetzung für eine Heilung ist deshalb die Optimierung der Durchblutung, wie sie mit der weiter unten vorgestellten Methode in idealer Weise erreicht wird.
Eine Bursitis kann entweder akut oder chronisch (= länger als sechs Monate anhaltend) verlaufen. Eine akute Bursitis ist häufiger infektiös (= ansteckend), während die chronische Bursopathie meist als Begleiterscheinung entzündlicher, rheumatischer Erkrankungen auftritt.
Weitere Ursachen für eine Bursitis:
mechanische Reize (Fremdkörper, Druck, Verletzung)
andere physikalische Faktoren (ionisierende Strahlen, UV-Licht, Wärme, Kälte)
chemische Stoffe (Laugen, Säuren, Schwermetalle, bakterielle Toxine, Allergene u. Immunkomplexe)
krankhafte Stoffwechselprodukte
entgleiste Enzyme
bösartige Tumoren
Die einzelnen Bursitiden (grob nach der Häufigkeit ihres Auftretens geordnet):
Bursitis
olecrani
(= am Hakenfortsatz der Elle)
Bursitis
subacromialis
(= unter den
Rabenschnabelfortsatz an der
Schul
ter)
Bursitis infrapatellaris
(= unterhalb des
Kniegelenks)
Bursitis praepatellaris
(= am Kniegelen
k)
Bursitis trochanterica
(= Bereich Oberschen
kel/Hüftgelen
k)
Bursitis
calcarea
(=
Schul
ter)
Bursitis poplitealis
(= Kniekehle)
Bursitis achillea
(= unter der Achillessehne)
Bursitis
radiohumeralis
(=
mehr Außenseite des Ellenbogens)
Bursitis
bicipitoradialis
(= nahe am Ellen
bogen),
auch als
Bursitis
bicipitalis
bezeichnet
Bursitis
coracobrachialis (= rumpfnaher
Obera
rm)
Bursitis subdeltoidea
(= unter dem Ansatz des Brustmuskels)
Bursitis
subtendinea
(=
allgem. unter einer Sehne)
Bursitis pharyngealis (= hinter der Rachenwand),
auch als Tornwaldt Krankheit bezeichnet
Mehr sind uns nicht eingefallen.
Behandlung einer chronischen (= länger als 6 Monate anhaltender) Bursitis:
Nicht selten verbleibt trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiterhin eine schmerzhafte Bursopathie, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach der Ursache richten. Ein länger bestehender Schmerz, auch infolge einer Bursitis, erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei einer schmerzhaften Bursitis sind dies:
Information über die Erkrankung
Medikamentöse Behandlung (u.a. Analgetika, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden (einschl. Plexusblockade n), evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
Evtl. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden)
Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)
Physiotherapie (Krankengymnastik und Anwendungen) bei Funktionseinbußen
Der therapeutischen
Lokalanästhesie
(=
Behandlung mit einem örtlichen
Betäubungsmittel) fällt in der Behandlung chronischer, entzündlich
bedingter Schmerz en, und
damit auch bei einer Bursitis, eine herausragende
Rolle zu.
In der akuten (= plötzlich einsetzend, heftig u. von meist kürzerer Dauer)
Phase einer Bursitis
kommt es zu einer Erweiterung der Blutgefäße. Der
Organismus versucht u.a. auf diese Weise mit dem entzündlichen Geschehen fertig
zu werden, in dem die im Blut vorhandenen Abwehrmechanismen am Entzündungsort
vermehrt einwirken können.
Eine
chronisch e
Bursitis
geht aber mit einer Verengung der versorgenden Blutgefäße einher, es liegt also eine
verminderte Durchblutung vor,
die zu einer Herabsetzung des Stoffwechsels führt.
Eine Behandlung kann deshalb nur dann erfolgreich sein, wenn es gelingt, wieder gute Durchblutungsverhältnisse herbeizuführen.
Bei der Behandlung mit einem
örtlichen
Betäubungsmittel (Infiltration, Nervenblockaden) kommt es für die Wirkzeit
des Medikaments neben der gewünschten Schmerzstillung durch gleichzeitige
Blockade vegetativer (= das unwillkürliche Nervensystem
betreffender) Nervenfasern auch zu einer Sympat hikolyse
(=
Unterbrechung bzw. Aufhebung der Sympathikuswirkung und damit Blutgefäßerweiterung)
und damit zu einer deutlichen Verbesserung der
Durchblutung und unter einer guten Durchblutung heilen Entzündungen
sicher ab, eine uralte medizinische Weisheit. Hinzu kommt, daß
Lokalanästhetika (örtliche
Betäubungsmittel) selbst auch entzündungshemmend wirken, dies ist zwischenzeitlich
wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken
Sie hier.
In der Regel reicht eine solche Behandlung aber nicht aus, wenn sie nur in
größeren Zeitabständen durchgeführt wird, sondern es ist eine engmaschige,
gehäufte Abfolge erforderlich, optimal
kontinuierlich
mit eingepflanztem Katheter. Dabei wird
ein dünner
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen (den
Schmerzbereich versorgenden) Ner ven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In
bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch
den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf der Web-Seite der Web-Seite der Bundesregierung mit, dass alle gesetzlich Krankenversicherte mittlerweile einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation haben und sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen dürfen. Lesen Sie dazu auch einen Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.
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Aktualisiert: >30.07.2008</> kusb&
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